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Nachdem wir den Zustand der Heizungsanlage des Gebäudes eingehend inspiziert haben, kommen wir zu dem Entschluss, dass die Heizung ausgetauscht werden soll. Hierfür vergleichen wir Heizsysteme, die mit Biomasse – insbesondere Pellets und Erdwärme – beheizt werden. Des Weiteren werden wir prüfen, ob eine Gülle-Biogasanlage sinnvoll ist.

Da das Gebäude zu einem landwirtschaftlichen Betrieb gehört, sind wir auf die Idee gekommen eine Biogasanlage, die mit Gülle betrieben wird, zu betrachten. Bei diesem System wird die Gülle in einem gasdichten Behälter gelagert und vergoren. Durch das hierbei entstehende Gas wird ein Blockheizkraftwerk betrieben, welches dann Wärme und Strom erzeugt. Der Strom kann dann selber genutzt oder in das öffentliche Netz eingespeist werden, wobei jede Kilowatt-Stunde Strom mit bis zu 23,73 Cent vergütet wird. (https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/technik/biogas/grundlagen/index.htm)

Diese Variante wird allerdings im Rahmen dieses Projekts auf Grund ihrer Komplexität nicht weiter behandelt. Dieses Thema wird weiterführend in einer Bachelorarbeit behandelt.

Als umweltfreundliche Alternative eignet sich auch eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren. In diesem System werden Flächenkollektoren im Erdboden eingebaut. Da der Boden wärmer ist als die Außenluft und der Boden ab einer Tiefe von ca. 80cm auch im Winter nicht friert, kann die Wärme aus dem Erdboden durch eine Wärmepumpe genutzt werden. Die Funktionsweise einer Wärmepumpe ist im folgenden Link anschaulich erklärt: http://www.waermepumpe.de/waermepumpe/funktionsweise/

Um eine Wärmepumpe wirtschaftlich betreiben zu können eignen sich wandhängende Heizkörper nicht. Da die Wärmepumpe das Heizungswasser nicht so stark erwärmt wie ein Öl- oder Gaskessel, ist eine Fußbodenheizung die beste Variante. Da es mit einem hohen baulichen Aufwand verbunden ist, in ein Bestandgebäude nachträglich eine Fußbodenheizung einzubauen, werden Wärmepumpen heutzutage hauptsächlich im Neubau verwendet.

 

Wenn der Bauherr keine großen baulichen Veränderungen wünscht, sondern nur die Heizungsanlage austauschen möchte, ist der Umstieg auf eine Biomasse-Anlage, die mit Pellets beheizt wird, sinnvoll. Diese Variante eignet sich für das vorliegende Gebäude besonders, da es im Keller bereits einen großen Lagerraum für die Öltanks gibt. Diesen Raum könnte man zukünftig für die Lagerung der Pellets nutzen, wodurch kein zusätzlicher Platz im Keller verloren geht.

Die Pelletheizung funktioniert ähnlich wie eine Ölheizung: Die Pellets werden automatisch in den Kessel befördert, in dem sie verbrannt werden. Die dabei entstandene Wärme wird zur Warmwasser- bzw. Heizwassererwärmung genutzt. http://www.aktion-holz.de/pellets/pelletkessel

Zu guter Letzt bleibt die Überlegung, ob sich die Sonnenenergie sinnvoll nutzen lässt. Die Erzeugung von Wärme funktioniert bei diesem System ähnlich wie bei der Wärmepumpe: Die Sonne erwärmt die Flüssigkeit in den Kollektoren auf dem Dach des Hauses. Durch einen Wärmetauscher wird die Wärme dann an das Heiz- und Warmwasser abgeben. (http://www.solaranlagen-portal.com/solarthermie/thermische-solaranlage/funktion) Da aber die Sonne nicht das ganze Jahr über gleichmäßig scheint, kann die Solarthermie nur als Ergänzung zu einer Vorhandenen Heizanlage genutzt werden. Des Weiteren spielt die Dachausrichtung des Gebäudes eine große Rolle. Kollektoren auf der Nordseite sind nicht sinnvoll, da dort keine direkte Sonneneinstrahlung auf die Kollektoren trifft. Außerdem muss genügend Dachfläche ohne Dachgauben oder -Fenster für die Kollektoren vorhanden sein.

Nachdem wird die verschiedenen Heizvarianten miteinander verglichen haben, vergleichen wir nun die Wirtschaftlichkeit der Anlagen bezogen auf das vorliegende Gebäude.

Im nächsten Beitrag werden wir berichten, welche Lösung in diesem Fall am sinnvollsten ist.

Autorinnen: Barbara-Ellen Koch und Daniela Hohenlöchter