In ihrer Bestandsaufnahme fanden die Bachelor-Studenten Adrian Bogie und Sebastian Kroll heraus, dass das fast vierzig Jahre alte Einfamilienhaus aus Sendenhorst bereits über eine sehr gute Anlagentechnik verfügt. Wie die Hausbesitzer trotzdem ihren Energiebedarf senken können, haben die zwei Studenten aus dem Bachelor-Studiengang "Bauen im Bestand" in fünf Sanierungsvarianten erarbeitet.

Ist-Zustand der Immobilie

Das Einfamilienhaus wurde Anfang der 70er Jahre erbaut. In den vergangenen Jahren wurden vereinzelte Änderungen an den Bauteilen des Hauses vorgenommen. So wurde die Dämmung der oberen Geschossdecke von 5 cm auf 25 cm erhöht sowie zwei Fenster ausgetauscht.

Das Haus verfügt zudem über eine sehr gute Anlagentechnik: das Wohnzimmer und bei Bedarf auch der Partykeller werden mithilfe eines Kaminofens beheizt. Der Biomasse-Heizkessel erzeugt zudem Energie aus holzbasierten Stoffen. Der integrierte Pufferspeicher speichert dabei die überschüssige Energie und gibt diese bei Bedarf an das Heizsystem weiter. Die Heizkörper wurden bereits ausgetauscht und sind in guter Verfassung. Das Warmwasser wird zu 12,5 Prozent aus der Wärme des Kamins sowie zu 87,5 Prozent aus einer Luft-Wärme-Pumpe erzeugt. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes befindet sich im grünen Bereich und liegt bei 53,2 kWh/m²a. Der Endenergiebedarf des Gebäudes ist jedoch verbesserungswürdig, da dieser bei nur 230,6 kWh/m²a liegt. 

Die fünf Sanierungsvarianten

Die erste Variante sieht eine Dach- und Gaubendämmung sowie den Austausch der Gaubenfenster vor. Die Studenten empfehlen hierbei eine Dämmung aus Holzfaserdämmstoffen.
Die zweite Variante sieht die gleichen Dämmmaßnahmen vor sowie eine Ergänzung der technischen Gebäudeausrüstung durch eine Solartermie-Anlage.
Variante drei orientiert sich an den bereits genannten Maßnahmen und beinhaltet eine Sanierung des Daches nach KfW-Anforderungen mit Mineralfaserdämmstoffen sowie den Einbau einer Solarthermie-Anlage.
Die Grundlage der vierten Variante bildet die Variante zwei. Sie ergänzt die Maßnahmen jedoch um den Austausch der Außenfenster sowie einem Luftdichtheitskonzept.
Die fünfte Variante sieht alle Maßnahmen aus der vierten Variante vor inklusive der Dämmung sämtlicher luftberührter Bauteile.

Das favorisierte Sanierungskonzept

Seitens der Studenten wird die dritte Sanierungsvariante empfohlen, welche die Dachsanierung nach KfW-Anforderungen mit Mineraldämmstoffen sowie den Einbau einer Solarthermie-Anlage vorsieht. Im Vergleich zum Ist-Zustand kann die Solarthermie hierbei 53,9 Prozent der Warmwasserbereitung übernehmen und den Anteil der Luft-Wasser-Wärmepumpe von 87,5 Prozent auf 40,4 Prozent sinken.