Das im Jahr 1970 erbaute Einfamilienaus soll zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut werden. Die geplanten Umbaumaßnahmen bieten sich dazu an, bei der Renovierung auch energetische Sanierungen umzusetzen. Die Studierenden des Bachelor-Studiengangs "Bauen im Bestand" Marie Nießen und Sebastian Rudolf zeigten den Hausbesitzern aus Ahlen, welche Sanierungsvarianten sinnvoll sind.  

Schritt für Schritt zu den Sanierungsvarianten 

Auf Grundlage der Pläne, der Baubeschreibung, dem Erstgespräch, der Bestandsaufnahme vor Ort sowie der Heizölrechnungen ermittelten die Studierenden die wichtigen Gebäudedaten. Sie berechneten einen Primärenergiebedarf von 345 kWh/m²a, welcher weit über dem anzustrebenden Wert liegt. Als Schwachstelle im Haus wurde unter anderem der Balkon identifiziert, da hier sowohl ein Entwässerungsproblem sowie eine Wärmebrücke vorliegt. Wärmebrücken bezeichnen wärmetechnische Schwachstellen an der Gebäudehülle, die zur Folge haben, dass Wärme von innen nach außen strömt. 

Aufbauend auf ihren Erkenntnissen machten die Studierenden das Dach, die Fenster und Türen, die Fassade, Kellerdecke, Heizung sowie den Balkon als wichtige Bauteile für mögliche Energieeinsparungen fest. Anschließend entwickelten sie sieben verschiedene Sanierungsvarianten, bevor sie sich für drei Konzepte entschieden.

Die favorisierten Sanierungskonzepte 

Die erste Variante sieht sowohl den Austausch der Fenster und Türen als auch die Dämmung der Keller- und Geschossdecke vor. Aufgrund seiner Effizienz wird als Anlagentechnik der Öl-Brennwertkessel vorgeschlagen. 
Die zweite Sanierungsvariante ergänzt die Erste um eine Fassadendämmung und Dachsanierung. Auch der Öl-Brennwertkessel wird durch Solarthermie unterstützt. 
Die dritte Variante orientiert sich an dem zweiten Sanierungsvorschlag, tauscht jedoch den Öl-Brennwertkessel durch eine Wärmepumpe aus. 

Variante eins erzielt nur eine kleine Verringerung des Primärenergiebedarfs von 345 kWh/m²a auf 233 kWh/m²a, wohingegen die zweite Variante einen Wert von 185 kWh/m²a erzielt. Bei der dritten Variante können 86 Prozent an Brennstoff eingespart und der Primärenergiebedarf auf 81 kWh/m²a reduziert werden.