In einem früheren Artikel haben wir Familie Blase aus Everswinkel bereits in ihrem Fertighaus in Everswinkel besucht. Nun haben die Studierenden Daniel Waldbillig und Felix Bayer-Eynck Varianten erarbeitet, wie das Einfamilienhaus energetisch saniert werden kann.

Ist-Zustand des Fertighauses

Das freistehende Einfamilihaus wurde im Jahr 1971 mit einer Nutzfläche von insgesamt 170m² erbaut. Die Familie ließ das Dachgeschoss nachträglich ausbauen und die vorhandenen Fenster in den Jahren 2007 und 2014 austauschen. 2001 wurde in dem Fertighaus ein Gas-Spezialheizkessel eingebaut, über den auch das Warmwasser bereitgestellt wird. Die Rohre sind im gesamten Haus ungedämmt. Der Primärenergiebedarf des Hauses beträgt 235 kW/m²a.

Die Sanierungsvarianten

Die Studierenden aus dem Bachelor-Studiengang "Bauen im Bestand" entwickelten für das Fertighaus aus Everswinkel insgesamt vier Sanierungsvarianten. Die erste Variante sieht den Austausch der Fenster und Türen vor. Mit dieser Variante würde der Primärenergiebedarf auf 226 kW/m²a gesenkt werden. Die zweite Variante kombiniert den Fenster- und Türenaustausch mit der Dämmung der Kellerdecke und der Heizungsrohe, was einen Energiebedarf von 192 kW/m²a ergeben würde. Variante drei ergänzt die zweite Variante um den Einbau einer Wärmepumpe. Diese Maßnahme würde den Bedarf an Energie auf einen Wert von 80 kW/m²a fallen lassen. Eine Senkung des Primärenergiebedarfs auf 64 kW/m²a lässt die vierte Variante zu, die den Austausch von Fenster und Türen, die Dämmung der Kellerdecke, den Einbau einer Wärmepumpe und die zusätzliche Installation einer Photovoltaikanlage empfiehlt.

Variantenvergleich

In ihrer Ergebnispräsentation stellten Daniel Waldbillig und Felix Bayer-Eynck die zweite und  vierte Sanierungsvariante explizit gegenüber. So liegen nach Ansicht der Studierenden die Vorteile der zweiten Variante zum einen darin, dass die Transmissionswärmeverluste reduziert werden können und damit der Wohnkomfort gesteigert wird. Zum anderen ginge die zweite Variante mit geringen Investitionskosten einher, da die Summe - abzüglich der Fördermittel durch die KfW - bei nur 5.901€ liegen würde.

Die vierte Variante sei mit Investitionskosten von 52.831€ zwar wesentlich teurer, jedoch ließe sich durch sie der Bedarf an Primärenergie sowie die CO2-Emission erheblich sinken und der Wohnkomfort maßgeblich steigern.