Den Anfang der Artikelreihe zur Vorstellung der Sanierungskonzepte macht ein im Jahr 1929 erbautes Einfamilienhaus aus Drensteinfurt. Die Studierenden Paul-Heiner Austrup und Frederic Klenner entwickelten vier verschiedene Varianten, wie das Haus energetisch saniert werden kann.

 

Ist-Zustand des Altbaus

 

Das fast 90 Jahre alte Haus besteht aus zwei Wohneinheiten, die von den Hausbesitzern selbst genutzt werden. Die Wohnfläche beträgt insgesamt 320 qm. Die Hausbesitzer nahmen in den letzten Jahren bereits einige Sanierungen vor. So wurde beispielsweise in den 90er Jahren das Dach neu gedeckt und die Fassade vor sieben Jahren neu verfugt.

Die Heizung wurde im Jahr 2002 erneuert. Seitdem wird Öl als Energieträger genutzt. Das Haus verbraucht jährlich 5000 Liter Öl. Der Energiebedarf beträgt pro Jahr 98.264 kWh. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen, erarbeiteten die Studierenden des Bachelor-Studiengangs "Bauen im Bestand" vier unterschiedliche Sanierungsvorschläge, die im Folgenden stichpunktartig beschrieben werden.

 

Die Sanierungsvorschläge im Überblick

 

Variante 1: Innen-, Kellerdeckendämmung und Austausch der Haustür

 

     

  • Kosten: 45.725 Euro
  • Endenergiebedarf: 56.217 kWh/Jahr
  • Einsparung: 42.047 kWh/Jahr
  • amortisiert sich nach ca. 9 Jahren
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Variante 2: Kombination aus Variante 1 und dem Austausch der Fenster

 

     

  • Kosten: 64.100 Euro
  • Endenergiebedarf: 53.348 kWh/Jahr 
  • Einsparung: 44.916 kWh/Jahr
  • amortisiert sich nach ca. 11 Jahren
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Variante 3: Kombination aus Variante 2 und Heizungsoptimierung

 

     

  • Kosten: 71.600 Euro
  • Endenergiebedarf: 49.628 kWh/Jahr
  • Einsparung: 48.636 kWH/Jahr
  • amortisiert sich nach ca. 10 Jahren
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Variante 4: Kombination aus Variante 2 und Luft-, Wasser-, Wärmepumpenheizung

 

     

  • Kosten: ca. 100.000 Euro
  • Endenergieverbrauch: 22.602 kWh/Jahr
  • Einsparung: 75.662 kWh/Jahr
  • amortisiert sich nach ca. 8 Jahren
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Die Empfehlung der Studierenden

 

Nach genauer Prüfung der einzelnen Sanierungsvorschläge, erschien für die Studierenden die dritte Sanierungsvariante als empfehlenswert. Sie stellten heraus, dass die Wände ohnehin energetisch ertüchtigt werden, sodass eine Innenwanddämmung am sinnvollsten erscheint, damit der Gebäudecharakter bewahrt bleibt. Die Kellerdecke solle nach Ansicht der Studierenden ebenfalls gedämmt werden, um die wärmegedämmte Hülle abzuschließen

 

Der Austausch der Haustür und Fenster sei ebenfalls erforderlich, da die alten den neuen Anforderungen nicht mehr entsprechen würden. Außerdem mache die Heizungsoptimierung am meisten Sinn, da schon mit geringen Kosten die Anlagenverluste eingespart werden könnten.

 

bb