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: Studenten machen Hausbesitzern Sanierungsvorschläge / Blog zur Sanierungsplanung

Ein Semester lang arbeiten Studierende des Studienganges Bauen im Bestand der FH Münster an einem besonders praxisnahen Projekt: Sie planen mit Besitzerinnen und Besitzern von älteren Häusern im Kreis Warendorf die Sanierung ihrer Immobilien. Die Partner haben sich jetzt im Handwerkskammer-Bildungszentrum in Münster kennengelernt. Und nach einer kurzen Einführung ging es sofort an die Arbeit. Um was für ein Gebäude handelt es sich? Wie stellen sich die Eigentümer eine Sanierung vor? Diese und weitere Fragen standen am Anfang der Zusammenarbeit. 19 Studierende sowie 14 Hausbesitzer und -bewohner kamen zum ersten Treffen des Beginner-Teams – so wird die Gruppe genannt. Sie ist Teil der Sanierungskampagne „Kompliment altes Haus! Aktion Altbau“.

Auf Haus Kump, das zum Bildungszentrum der Handwerkskammer Münster gehört, trafen sich Studierende und 14 Hausbesitzer aus dem Kreis Warendorf, die zum Beginner-Team der Aktion Altbau gehören und sich bei ihrer Sanierungsplanung kostenlos beraten lassen. Mit dabei waren auch Dr. Susanne Diekmann, Leiterin des Studiengangs Bauen im Bestand, und Dozent Andreas Bachor sowie Vertreterinnen und Vertreter der Handwerkskammer, der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und des Kreises Warendorf. (Fotos: Kreis Warendorf).

Groß war das Interesse an der Auftaktveranstaltung.

Erste Kontaktaufnahme: Hausbesitzer und Studenten lernten sich kennen und sprachen über erste Eckpunkte einer möglichen Sanierung.

Wer ein älteres Gebäude besitzt und mit dem Gedanken einer Sanierung spielt, konnte sich bei der Aktion Altbau im Kreis Warendorf fürs Beginner-Team anmelden. Insgesamt neun Häuser sind dabei – die Bandbreite reicht vom typischen Einfamilienhaus bis zum denkmalgeschützten Objekt mit angeschlossenem Handwerksbetrieb.


Marcel Richter, Klimaschutzmanager des Kreises Warendorf, freute sich über das große Interesse. „Neben den Verbesserungen für die ausgewählten Häuser geht es auch darum, sie als gute Beispiele bekannt zu machen und so für Sanierungen zu werben“, erläuterte er bei dem Treffen. So gibt es jetzt auf der Seite www.aktion-altbau.de auch einen Blog zum Thema – ein Online-Tagebuch mit Fotos und Berichten von den einzelnen Objekten und den Umbauvorschlägen.


Dr. Susanne Diekmann, Leiterin des Studiengangs Bauen im Bestand, und Dozent Andreas Bachor schilderten den Ablauf des Projektes. Die Studentinnen und Studenten sehen sich zunächst bei Hausbesuchen die Bedingungen an, erstellen eine energetische Bewertung und machen bis zum Sommer Vorschläge für eine Sanierung. „Unsere Studierenden sollen die Wünsche der Bauherren berücksichtigen, ihnen als Entscheidungshilfe aber auch weiterführende Hinweise geben“, sagte Bachor. „Es geht nicht immer um die große Komplettsanierung, sondern es gibt viele Zwischenlösungen, die sich lohnen“, sagte der Dozent. Er wies darauf hin, dass bei der Kosten-Nutzen-Analyse auch die Wertsteigerung und der erhöhte Wohnkomfort zu berücksichtigen seien. „Auf jeden Fall wird der Energieverbrauch nach der Sanierung deutlich sinken. Sie werden vorher erfahren, ob sich das rechnet. Wichtig ist aber, dass eine Sanierung fachmännisch geplant wird. Bauphysikalische Gesichtspunkte müssen beachtet werden, damit es durch eine bessere Dämmung nicht zu Problemen kommt“, sagte Andreas Bachor.

    

Die Studenten im Beginner-Team stehen kurz vor ihrem Abschluss. Die Sanierungskonzepte, die sie aufstellen, sind Teil ihres Studiums. Für die Hausbesitzer ist das Angebot kostenlos und unverbindlich. Beide Seiten profitieren von der Partnerschaft. Für die Studierenden ist es ein echter Pluspunkt, dass ihnen für diesen wichtigen Baustein des Studiums echte Objekte zur Verfügung stehen. Deshalb bedankte sich Dr. Diekmann für die Möglichkeit, mit der Sanierungskampagne im Kreis Warendorf zusammenarbeiten zu können. Den Studiengang Bauen im Bestand bietet die Akademie Bauhandwerk der Handwerkskammer Münster zusammen mit der FH Münster an. „In der Region gibt es ein großes Interesse an unseren Absolventen“, sagte Dozentin Susanne Diekmann den künftigen „Bachelors of Engineering“ (vergleichbar mit früheren Bauingenieuren) eine gute berufliche Zukunft voraus.

 

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